Halbserienrückblick der Kreisoberligasaison 2025/2026 des Fußballkreises Niederlausitz

Hallo Fußballfreunde!

Von den 120 Spielen der Hinrunde der 33.Fußballkreismeisterschaft wurde 114 ausgetragen. Zu Saisonbeginn wurden den Sportvereinen VfB Cottbus 97, FSV Viktoria 1897 Cottbus und der Spielgemeinschaft TSV Cottbus/SG Groß Gaglow II vom Sportgericht wegen fehlender Schiedsrichter sechs bzw. drei Minuspunkte ausgesprochen. Die Berufungen der Vereine von Viktoria und der Spielgemeinschaft TSV/Gr.Gaglow II wurden vom Kreissportgericht verworfen. Hinzu kommt noch, dass das Sportgericht in einer Verhandlung das Spiel vom 6. Spieltag (Spiel Nr. 48), Spielgemeinschaft Kölzig/Gahry/SV Döbern II vs LSV Neustadt/Spree (2:5), annulliert wurde und mit 2:0 Toren und drei Punkten für die Spielgemeinschaft gewertet wurde. Die Tabelle ist somit doch ein wenig durcheinandergeraten. Daher ist die inoffizielle Herbstmeisterschaft noch offen.

In den letzten Jahren trennte sich die „Spreu vom Weizen“, sprich, die Favoriten vom übrigen Feld, fast immer nach einem Drittel der Meisterschaft, also nach zehn Spieltagen. Da hatte sich die Tabelle immer eingepegelt. Geringfügige Änderungen innerhalb der Tabelle waren Gang und Gäbe. In dieser Saison 2025/2026 war dies schon nach fünf Spieltagen zu beobachten, dass sich die Favoriten schon nach diesem Spieltag absetzen konnten. Das waren die Spielgemeinschaft Briesen/Dissen (15 Pkt.), die Reserve vom 1.FC Guben (13), der Aufsteiger LSV Neustadt/Spree (12), die Reserve vom SV Wacker 09 Cottbus-Ströbitz (11) und der FSV Viktoria 1897 Cottbus (10). Zwischen diesem Quintett gab es schon einen Punktabstand von vier Punkten. Zum so genannten Verfolgerfeld gehörten die Plätze sechs bis acht, alle drei Vereine hatten hier neun Punkte, das waren der SV Fichte Kunersdorf, der SV Eiche Branitz und die Spielgemeinschaft SG Groß Gaglow II/ TSV Cottbus. Das so genannte Mittelfeld begann ab Platz neun bis Platz elf, das waren die Vereine Spielgemeinschaft Groß Kölzig/Gahry/SV Döbern II, BSV Chemie Tschernitz und der FSV Spremberg 1895, mit je sechs Punkten. Dann folgte die Gefahrenzone mit den Vereinen Welzower SV Borussia 09 (3 Punkte), die Spielgemeinschaft Drebkau/Kausche (3) und die Abstiegszone mit den Vereinen SG Blau-Weiß Schorbus, der Spielgemeinschaft Kahren/Laubsdorf und dem VfB Cottbus 97, mit je einem Punkt, hier sind schon die sechs Minuspunkte abgezogen. Schon zu diesem Zeitpunkt war der Kreisligaaufsteiger, der LSV Neustadt/Spree, aufgefallen. Aus diesen fünf Spielen gewannen sie vier und verloren am zweiten Spieltag beim FSV Viktoria 1897 Cottbus erst in den Schlussminuten mit 4:1. Der Auftakt zu Hause war ein klarer 7:2 Erfolg gegen die SG Blau-Weiß Schorbus. Aus diesen fünf Spielen holten sie zwölf Punkte, mit einem Torverhältnis von 28:7!

Nach zwei Drittel der Meisterschaft (zehn Spiele) waren es nur noch zwei Vereine, die ungeschlagen waren. Das waren die Reserve vom 1.FC Guben und die Spielgemeinschaft Briesen/Dissen, die erst am letzten Spieltag (15.), nach einem bewegten Spiel, die erste Saisonniederlage beim FSV Viktoria 1897 Cottbus mit 4:3 hinnehmen musste. Am 9.Spieltag sollte das erste große Spitzentreffen der Liga in Neustadt/Spree stattfinden. Doch bevor die Spielgemeinschaft Briesen/Dissen anreisen konnte, kam eine kurzfristige Absage vom Gastgeber Neustadt, mit der Begründung, das Arbeiten an den Sanitäranlagen auf dem Sportplatz durch die Gemeinde durchzuführen sind! Diese Maßnahme war doch schon eher bekannt? Man muss diese Entscheidung schon mit einem „Geschmäckle“ hinnehmen. Zu einem kurzfristigen, naheliegenden Nachholtermin kam es leider nicht. Umso erstaunlicher ist es, dass der Fußballkreis den Nacholspieltermin erst für den 25.05.2026, um 18.00 Uhr ansetzt! Sieben Monate später soll nun dieses Spiel erst nachgeholt werden. Das ist schlichtweg eine Wettbewerbsverzerrung! Das hat der Chronist in seiner langen Funktionärslaufbahn im Fußballkreis Niederlausitz noch nicht erlebt.

Vom Spitzenquintett nach zehn Spieltagen war nur die Reserve vom SV Wacker 09 Cottbus-Ströbitz herausgefallen, dafür war die Spielgemeinschaft TSV Cottbus/SG Groß Gaglow II aufgerückt. Zum Halbserienende, also nach 15 Spieltagen, gibt es nun ein Führungsquartett, aber noch keinen „Herbstmeister“.

Das hängt von folgenden Faktoren ab: Das fehlende Nachholspiel LSV Neustadt vs Briesen/Dissen und der offiziellen Mitteilung des Kreissportgerichtes mit dem Urteil vom Spiel des 6.Spieltages, SpG Kölzig/Gahry/Döbern II vs LSV Neustadt.

Ein Blick auf das übrige Teilnehmerfeld der Kreisoberliga: Es gibt doch gegenüber den Vorjahren ein starkes Leistungsgefälle in dieser Saison, welches so noch nie beobachtet wurde Es gibt förmlich mehrere „Klassen“ innerhalb des 16er Feldes. Für die höchste Spielklasse des Kreises kein gutes „Aushängeschild“. Es gibt ja noch eine zweite Halbserie, ob die aber eine gravierende Leistungssteigerung gegenüber der Hinrunde bringt, ist höchst unwahrscheinlich. Lassen wir uns überraschen.

Joachim Rohde