Rückblick 6.Spieltag Kreisoberliga Fussballkreis Niederlausitz 2025/2026

Hallo Fußballfreunde!

In der langjährigen Statistik der Kreisoberliga (vorher Kreisliga), hat sich meistens erst um den zehnten Spieltag die Spreu vom Weizen getrennt. Sprich, die Favoriten hatten sich dann deutlich in der Tabelle abgesetzt. Dies hat sich in dieser Saison 2025/2026 doch schon erheblich geändert. Bereits nach dem fünften Spieltag hat sich das Feld schon auseinander gedriftet. So kann man die Tabelle in drei Zonen einteilen. In der ersten Gruppe, von Platz eins bis Platz acht, gab es schon sechs Punkte Differenz von Platz eins bis acht. Im Mittelfeld, von Platz neun bis Platz 13, betrug der Abstand zur Tabellenspitze bereits neun Punkte und innerhalb dieser Gruppe drei Punkte. Das letzte Drittel begann ab Platz 14 bis Platz 16 und hatte schon 14 Punkte Rückstand zum Spitzenreiter der Liga. Ein Sonderfall ist der VfB Cottbus 97, derzeit Tabellenletzter, der vom Sportgericht wegen fehlender Schiedsrichter minus sechs Punkte als Strafe bekommen hat. Diese Minuspunkte müssen erst einmal abgebaut werden. Sieht man dann noch die derzeitige sportliche Leistung, dann ist Platz 16 wohl vorläufig dauerhaft besetzt. Diese generelle Situation hat sich auch nach dem sechsten Spieltag in dieser Konstellation nicht groß grundlegend verändert. Dies nur eine Zahlenspielerei zum Anfang der Berichte vom sechsten Spieltag der Kreisoberliga.

An diesem sechsten Spieltag gab es einen Wechsel an der Tabellenspitze. Der bisherige Spitzenreiter der Liga, die Spielgemeinschaft Briesen/Dissen, kam noch einmal mit einem „blauen Auge“ davon, sprich, ihre spielerische Erfahrung führte zu einem Punktgewinn in Kunersdorf. In einem beeindruckendem Spiel brachte die Fichte-Elf, die nun in vier Spielen ungeschlagen ist, den großen Meisterschaftsfavoriten mächtig in Bedrängnis. Am Ende ein schmeichelhaftes 2:2 Unentschieden für beide. Die Reserve vom 1.FC Guben nutzte die Gunst der Stunde und gewann beim bisherigen sieglosen Tabellenletzten, dem VfB Cottbus 97, klar mit 0:3 und übernahm mit diesem Sieg die Tabellenspitze. Der Aufsteiger, der LSV Neustadt/Spree, ist weiter auf dem Vormarsch. Sie gewannen ihr Spiel bei der Spielgemeinschaft Kölzig/Gahry/SV Döbern II klar mit 2:5 und liegt nur noch einen Punkt hinter der führenden Resere aus Guben. Das Cottbuser Nord-West Derby, FSV Viktoria 1897 Cottbus vs SV Wacker 09 Cottbus-Ströbitz II, endete mit einem 1:2 Auswärtssieg von der Wacker-Reserve. In Kiekebusch schlug die Spielgemeinschaft SG Groß Gaglow II/TSV Cottbus den zweiten Aufsteiger, den BSV Chemie Tschernitz, mit 4:1. Und die Eiche-Kicker aus Branitz gewannen zu Hause gegen den FSV Spremberg 1895 knapp mit 2:1. In den beiden Kellerderbys gewannen Drebkau/Kausche und Welzow. Am Volkshaus in Drebkau gewann die Spielgemeinschaft Drebkau/Kausche gegen die Spielgemeinschaft Kahren/Laubsdorf klar mit 5:2 und im zweiten Kellerderby setzten sich die Welzower Borussen in Schorbus knapp mit 1:2 durch.

Statistik: An diesem sechsten Spieltag gab es drei Heimsiege, ein Unentschieden und vier Auswärtssiege. Das ergibt ein Torverhältnis von 17:18 und ein Punktverhältnis von 10:13. An diesem Spieltag fielen 35 Tore, ein Schnitt pro Spiel von 4,4 Tore pro Spiel. Die Gesamtzahl der Tore der laufenden Saison sind 225 Tore. Weiterhin wurden an diesem Spieltag 44 Gelbe Karten und drei Ampelkarten vergeben. Drei verwandelte Elfmeter gab es und 794 Zuschauer sahen sieben Spiele. Vom Spiel VfB Cottbus 97 vs 1.FC Guben II gab es keine Angaben zu den Zuschauern. Erwähnenswert, dass in zwei Spielen die 200er Zuschauergrenze überschritten wurde.

Zu den Spielen.
Am Samstag gab es zwei Begegnungen. Brisanz hatte dabei das Nord-West Derby der Stadt Cottbus, nämlich mit dem Spiel FSV Viktoria 1897 Cottbus gegen die Reserve vom SV Wacker 09 Cottbus Ströbitz. Auch in dieser Saison gelang es Viktoria nicht, sich für die beiden 4:2 Niederlagen aus der Vorsaison zu revanchieren. Bei trüben Herbstwetter sahen die Zuschauer kein Spiel, was einem aus „dem Hocker riss“. Beide Vereine taten sich schwer in die Gänge zu kommen. Der erste Lichtblick war in der achten Spielminute. Es gab ein Foulspiel auf der halblinken Seite von Viktoria. Mohamad Dreiee schoss aus 25 Meter auf das Tor von Viktoria, wo ihn Schlussmann Leonhard Lauke unschädlich machen konnte. Doch fast im direkten Gegenzug war es Routinier Robert Kiesow, der den gegnerischen Schlussmann, Arthur Pelz, zur Aufmerksamkeit zwang. Im Laufe des Spiels war es der Gastgeber, der mehr Initiative zeigte, doch die Gäste vielen mit Einzelaktionen auf. So in der 24. Spielminute, als ein Freistoß von Maximilian Schulz bzw. in der 28. Spielminute Paul Mayr eine sogenannte Hundertprozentige ausließen. Das waren Möglichkeiten zur Führung. Dann aber wieder der Gastgeber, der mit Routinier Chris Wycisk und Christian Tscherning zwei Riesenmöglichkeiten hatten in Führung zu gehen. Wenig später (41.) war es erneut Christian Tscherning, der mit einem Freistoß an der rechten Seite eine Chance hatte. Fast mit dem Halbzeitpfiff lag der Ball im Netz von Wacker. Aber auch Schlussmann Arthus Pelz lag am Boden. Eine unsichtbare Situation so kurz vor dem Tor. Der Pfiff und die Entscheidung des Schiedsrichters: kein Tor, sondern Foulspiel am Schlussmann. Mit 0:0 wurden die Seiten gewechselt. Gleich nach Wiederanpfiff des Unparteiischen ging ein Ruck durch die Wacker-Reihen. Sie traten jetzt selbstbewusster, energischer in den Zweikämpfen auf. Viktoria sah überwiegend nur noch zu. In der 57. Spielminute gab es ein Foulspiel im 16er von Viktoria, Strafstoß. Mohamad Dreiee trat diesen Strafstoß und knallte diesen an die Querlatte des Viktoria Tores. Dies war aber nur der Auslöser weiterer Wacker-Initiativen. So hatte erneut Paul Mayr die Chance das 0:1 zu besorgen (64.). Doch aus dieser Situation entwickelte sich ein Konterspiel von Viktoria, den Niklas Kiesow erfolgreich zum 1:0 abschließen konnte. Zehn Minuten später der 1:1 Ausgleich. Ein Ball wurde aus 25 Meter vor das Viktoria-Tor gespielt und hier war es der schnelle Djene Nseke, Gustave, der den Ball über die Linie brachte. Dieses Tor verursachte bei Viktoria einen „Knacks“. Sie bekamen jetzt einfach nicht mehr die Bälle aus ihrem Strafraum heraus. Immer wieder kamen die Bälle zurück. Auch im läuferischen Bereich gab es keine Gleichwertigkeit mehr. Viktoria „stand“ förmlich, war reaktionslos. Wacker drängte nun auf den Siegtreffer. Der fiel nach einem Eckball in der 81. Spielminute, den der gerade eingewechselte Stephan Thamke mit dem Kopf zum 1:2 verwandeln konnte. Am Ende, aufgrund der zweiten Spielhälfte, ein verdienter Sieg der Wacker-Reserve. Viktoria auf Platz sieben, Wacker auf Platz vier.

Zum Kellerderby kam es in Schorbus. Der bisher noch sieglose Tabellenvierzehnte, die SG Blau-Weiß Schorbus, hatte die Welzower Borussen zu Gast, bei denen es in dieser Saison auch noch nicht so wie gewohnt läuft. Sie haben erst einen Sieg auf ihrer Habenseite. Ihre Tabellenposition vor diesem Spiel war Platz zwölf. Vom Anpfiff an waren es die Gastgeber, die das Spiel bestimmten. Aber schon in dieser Anfangsphase des Spieles zeigten sich ihre Schwächen, nämlich beim Abschluss ihrer Möglichkeiten. Trotzdem gelang ihnen ziemlich früh der 1:0 Führungstreffer. In der 21.Spielminute bekamen sie einen Freistoß aus dem Halbfeld heraus zugesprochen. Dieser Freistoß kam zu Danilo Koall, der den Ball mit dem Kopf in die Maschen setzte zum 2:1. In der Folgezeit musste dieses Ergebnis weiter ausgebaut werden, Chancen waren dazu da. Dann schlugen die Gäste mit einem Doppelpack in der 28. und 30. Spielminute zurück. Zuerst gab es einen Ballverlust auf der linken Seite, der Ball wurde schnell mit einem Pass nach vorn gespielt, wo ihn Cedric Altermann zum 1:1 Ausgleich verwandeln konnte. Und wenig später, über eine Flanke von der linken Seite, dieses Mal durch Paul-Johannes Jentsch, wurde das 1:2 erzielt. In der Folgezeit versuchte der Gastgeber alles, um diese erneute, drohende Niederlage abzuwenden. Mitte der zweiten Spielhälfte hatten sie zwei Mal eine 1:1 Situation mit dem gegnerischen Schlussmann Joseph Schuppan, der aus dieser Situation als Sieger hervorging. Das Spiel verlor in Halbzeit zwei an Intensität. So blieb es bei diesem 1:2 bis zum Schlusspfiff. Ein doch etwas glücklicher Sieg der Borussen, die weiterhin auf Platz zwölf rangieren. Schorbus bleibt ebenfalls auf Platz 14.

Die Eiche-Kicker aus Branitz sind bisher gut in die Saison gestartet und wollten auch den FSV Spremberg 1895 überraschen. Beide wollten ihre Habenseite weiter ausbauen. Die neunzig Zuschauer sahen eine zeitige Führung ihrer Eiche-Kicker, denn schon in der achten Spielminute kamen sie durch Rudi Moldenhauer zur 1:0 Führung. Eine Eingabe von der linken Seite konnte er sicher annehmen und verwandeln. In der Folgezeit wurden einige Hochkaräter nicht genutzt. Erst kurz vor der Pause (40.) war es Gregor Bennicke, der von der linken Seite aus angespielt wurde und zum 2:0 einnetzte. Auch im zweiten Spielabschnitt waren es die Gastgeber, die mehr Spielanteile besaßen, diese aber nicht nutzten. Dann kam es wie es kommen musste. Ein Torwartfehler nutzte Routinier Richard Wickord zum 2:1 Anschlusstreffer. Dieses knappe Ergebnis hielt der Gastgeber bis zum Schluss fest in ihrer Hand. Für die Eiche-Kicker war es nun schon der vierte Sieg, Platz sechs. Der FSV Spremberg von Platz elf auf Platz 13 zurück gefallen.

Zu einem hochinteressantem Kreisoberligaspiel kam es in Kunersdorf. Die heimische Fichte-Elf, seit drei Spielen ohne Niederlage, hatte den großen Meisterschaftsfavoriten, die Spielgemeinschaft Briesen/Dissen, zu Gast. Die 200 Zuschaue bekamen vom Anpfiff an ein schnelles und gutklassiges Spiel zu sehen. Diese junge Fichte-Elf hatte keine „Scheu“ vor dem Gegner, denn sie waren es überraschend, die die Akzente setzten. Sie waren sicher in ihren Zweikämpfen, die sie fast alle gewonnen hatten. Ihre Leichtfüßigkeit ließ den Gegner des Öfteren ins Leere laufen. Die Gäste versuchten diesen Druck mit ihrem körperlich, robusten Abwehrspiel zu beantworten. Mit langen Bällen aus der Tiefe des Raumes wurden die Bälle nach vorn getrieben. Spielerische Elemente kamen dabei allerdings zu kurz. In diesem kurzweiligen Spiel war es nur eine Frage der Zeit, wann und wer das erste Tor erzielen würde. Schon in der ersten Spielminute war es die Fichte-Elf, die mit Justus Rotbart auf der linken Außenbahn zur ersten Möglichkeit kam, die aber Gästeschlussmann Jonas Schlodder vereitelte. Wenig später (9.) waren es Dustin-Noel Veit und Jan Gulbing, die für Gefahr sorgten. Schon in dieser Anfangsphase des Spieles waren es die wieselflinken, geschmeidigen und vom Wuchs her kleineren Spieler, die kaum zu packen waren. In vielen Phasen sahen dabei die Gäste manchmal sogar hilflos, unbeweglich aus. In der 23. Spielminute versuchte es der Gästespieler Roman Konzevnikov, der es mit einem Fernschuss versuchte. Wenig später (26.) waren es die Gäste, die nach einem Freistoß von Spielführer Leon Mehlisch Christian Rinza in Szene setzte, der an diesem Tage aber kaum sichtbar war. Doch „Riese“ Wolf im Tor von Fichte vereitelte diese Gästemöglichkeit. Optisch war der Gastgeber mehr am Ball. Nach einer halben Stunde Spielzeit (30.) gab es Eckball für Kunersdorf. Dustin Noel Veit schlug diesen Ball vor das Tor der Gäste, aber erneut scheiterte Justin Rothbart. Ein Tor lag in der Luft. In der 35. Spielminute gab es einen Zweikampf im 16er der Gäste. Schlussmann Jonas Schlodder foulte einen gegnerischen Spieler, Strafstoß. Diesen verwandelte Justus Rothbart sicher zum 1:0. Mit diesem Tor belohnte er sich für seine bisherigen ausgelassenen Chancen. Souverän brachte Fichte diese knappe 1:0 Vorsprung in die Pause. Gleich nach der Pause (49.) gelang den Gästen der 1:1 Ausgleich. Ein Abwehrfehler reichte Nico Wellschmidt, als er auf der linken Seite auf und davon zog, sein Pass kam direkt in die Mitte vor das Tor, wo Christian Rinza völlig frei an den Ball kam und eiskalt zum 1:1 verwandelte. Ein vermeidbares Tor. Es kam aber noch schlimmer. In der 63. Spielminute bekamen die Gäste eine Freistoß zugesprochen, den Nico Wellschmidt, Motor im Mittelfeld der Gäste, vor das Tor brachte, wo ihn Roman Kozevnikov zum 1:2 verwandelte. Die Zuschauer wurden an das Heimspiel gegen Branitz erinnert, wo ein 2:0 Vorsprung am Ende nicht reichte. Fichte schüttelte sich und spielte sein Spiel weiter und wurde sechs Minuten nach dem Rückstand belohnt. Eine herrlichen Flanke von der rechten Seite, vom gerade eingewechselten Leon Schlott, senket sich in die lange Ecke des Gästetores zum 2:2. Riesenjubel brach aus. Dramatisch wurden die Schlussminuten, als sich die Gäste in der 84. Spielminute reduzierten. Moritz Markula sah die Ampelkarte. Die in den Schlussminuten in Unterzahl spielenden Gäste hatten die restliche Spielzeit Schwerstarbeit zu leisten, um den einen Punkt noch zu retten. Kunersdorf von Platz sechs auf Platz acht zurückgefallen. Briesen musste den Platz an der „Sonne“ räumen und belegt nun Platz drei.

Joachim Rohde