Hallo Fußballfreunde!
Ein herrliches Späthsommerwetter begleitete den Saisonauftakt zur 32.Fußballkreismeisterschaft des Fußballkreises Niederlausitz. Die 733 Zuschauer sahen in diesen acht Auftaktspielen 42 Tore. Damit wurde schon am ersten Spieltag die Vierzig-Tore-Grenze überschritten.
Gleich am ersten Spieltag gab es einige deftige Überraschungenen. Der mit großer Spannung erwartet Auftakt des Aufsteigers und Neulings in der Kreisoberliga, der LSV Neustadt/Spree, führte sich auch gleich ordentlich in neuer Umgebung ein. Die SG Blau-Weiß Schorbus kam gleich mächtig unter die Räder. Mit 7:2 wurden sie arg gerupft. Vier Auswärtssiege waren an diesem ersten Spieltag zu verzeichnen. So unterlag der Pokalfinalist, die Spielgemeinschaft Kahren/Laubsdorf, gegen den FSV Viktoria 1897 Cottbus klar mit 2:6, nach dem es zur Pause nur einen 1:2 Rückstand für die Spielgemeinschaft gab. Weiterhin unterlag der SV Fichte Kunersdorf zu Hause gegen ehrgeizige Eiche Kicker aus Branitz, die das Kunststück fertig brachten, einen 2:0 Rückstand noch zu drehen. Am Ende entführten sie mit einem 2:3 Auswärtssieg überraschend alle drei Punkte. Und es gab schon die zweite Pleite für die Spielgemeinschaft Drebkau/Kausche, nach dem vorgezogenem Spiel vom zweiten Spieltag in Gahry, gegen die dortige Spielgemeinschaft Kölzig/Gahry/SV Döbern II, wo man mit 1:5 unter die Räder kam. Nun die zweite Niederlage, gegen den Meisterschaftsmitfavoriten, der Spielgemeinschaft TSV Cottbus/SG Groß Ggalow II, wo man mit 2:4 unterlag. Erwartungsgemäß siegte die Reserve vom 1.FC Guben in Spremberg beim dortigen FSV 1895 mit 1:3. Die Reserve vom SV Wacker 09 Cottbus-Ströbitz holte, wie schon in der Saison 2023/2024, beim Aufsteiger BSV Chemie Tschernitz ein 1:1 Unentschieden. Die Gäste kamen erst im Schlussdrittel zum Ausgleich. Die Welzower Borussen gewannen, wie schon im Vorjahr, ihr Heimspiel gegen die Spielgemeinschaft Groß Kölzig/Gahry/SV Döbern II knapp mit 3:2. Das Spitzenspiel zweier Meisterschaftsfavoriten, der Spielgemeinschaft Briesen/Dissen und dem VfB Cottbus 97, die in der Vorwoche beide aus dem Pokal ausschieden. Der VfB ist nach eine klaren 1:6 Pleite gegen die Reserve vom 1.FC Guben raus und Briesen elemenierte sich selbst, als man zum vereinsinternen Spiel nicht angetreten war und somit der Vorgang beim Sportgericht landet. Für den VfB sollten eigentlich nach diesen beiden Niederlagen, im Pokal und Meisterschaft, die Alarmglocken läuten. Der Gastgeber gewann klar mit 3:0. In der Vorsaison trennten sich Beide zwei Mal Unentschieden.
Zu den Spielen:
In Kunersdof sahen die 130 Zuschauer zwischen der heimischen Fichte-Elf und den Eiche-Kickern aus Branitz ein bewegtes Spiel, mit unterschiedlichen Spielphasen. Sofort nach dem Anpfiff waren es die Gäste die dabei versuchten, das Spiel an sich zu reißen. So war der erste Eckball von ihnen in der siebenten Spielminute Ausdruck ihres Spiels. Doch dieser Eckball von Paul Kunnig getreten, brachte nichts ein. Danach kam die Fichte-Elf immer besser in das Spiel und kam zu einigen Möglichkeiten (12. und 14.) durch den schnellen Maurice Hagen und Jannek Wetzk. Ein Doppelpack in der 25. und 28. Spielminute schien eine Vorentscheidung zu bringen. Nach Vorlage von Maurice Hagen konnte Jannek Wetzk zur 1:0 Führung einnetzen. Drei Minuten später wurde der Torschütze im 16er zu Fall gebracht. Den fälligen Strafstoß verwandelte Jan Gulbing zum 2:0. Jetzt dominierte der Gastgeber, der in dieser Phase das 3:0 machen muss. Die Gäste wurden immer gefährlich nach ihrem schnellem, schnörkellosem Spiel. So sorgte bei den Gästen der schnelle Jonah Wallstein für einige gute Szenen für die Gäste, die jetzt immer mehr Spielanteile bekamen. In der 34.Spielminute kamen die Gäste zum nicht unverdienten 2:1 Anschlusstreffer. Nach einem unerwarteten Torwartfehler kam Lennart Seidler an den Ball und vollendete. Fichte war irgendwie geschockt. Plötzlich spielten die Gäste. Ein „Hammer“ in der 40.Minute oder zwei Minuten später (42.) von Lennart Seidel aus 35 Metern, hätte den Ausgleich bringen müssen, doch der Ball strich knapp am Tor vorbei. Der Gastgeber antwortete später mit Felix Mummert, der zu einer guten Möglichkeit kam. Und in der Folgeminute ließ Tobias Graske eine Chance aus. Gleich nach der Pause der nächste Schock für Kunersdof. Einen satten Freistoß aus 30 Meter, von Kilian Wirth getreten, konnte Tyler Schmidt mit dem Kopf zum 2:2 Ausgleich einköpfen. Wenig später hatte Jannek Wetzk noch eine Möglichkeit die erneute Führung zu erzielen, scheiterte aber an Gästeschlussmann Anton Schieske. Nach reichlich einer Stunde Spielzeit (65.) drehten die Gäste das Spiel mit dem 2:3. Einen Konter vollendete Rudi Moldenhauer zur Führung. Kurz nach diesem Tor (70.) hatten die Gäste nach einem Eckball sogar noch das 2:4 vor den Füßen. Der Gastgeber dagegen hatte in der 78. Spielminute mit einem Freistoß die Möglichkeit den Ausgleich zu erzielen, doch der Ball schlug in die Abwehrmauer. Am Ende ein nicht unverdienter Sieg der Eiche-Kicker. Die Ursachen für die Niederlage muss die junge Fichte-Elf bei sich selbst suchen. In der ersten Spielhälfte hätte der „Sack“ zu gemacht werden müssen. In Zukunft muss ihre Schnelligkeit besser genutzt werden und vorn einige „Schwenker“ weniger, dafür gradliniger das Tor suchen. Ein großes Defizit haben sie noch in der Abwehr. Hier fehlt ein erfahrener Spieler, der die Abwehr dirigiert und festigt. Die Gäste haben es vorgemacht, nie aufzugeben. Ihr rustikaler Stil kam ihnen in diesem Spiel sehr gelegen und das konsequente Nutzen ihrer Möglichkeiten. Die Meisterschaft beginnt erst. Doch aufgepasst, wie schnell hat man den Anschluß verloren und steckt mittendrin im „Schlamassel“.
Die Fußballwelt des Fußballkreises Niederlausitz schaute gespannt nach Neustadt/Spree, wo sich der „Geheimtipp“ dieser Kreismeisterschaft der Kreisoberliga erstmals vorstellte. Und wie er es machte war beeindruckend. Der Zeiger der Uhr hatte gerade die fünfte Runde hinter sich gebracht, als das Streitobjekt, sprich Ball, schon in den Maschen der Schorbuser Gäste lag. Von der rechten Seite brachte Ahmad Azad den Ball in die Mitte, wo ihn Gracjan Arkuszewski zur 1:0 Führung verwandelte. Die Gäste spielten unbeeindruckt weiter und kamen in der 25. Spielminute per Strafstoß zum 1:1 Ausgleich. Jasem Abod war der Gefoulte, Spielführer Nick Bartelt verwandelte sicher. Doch die Freude über diesen Ausgleich wehrte nicht lange, denn schon fünf Minuten später lag der Ball erneut bei ihnen im Netz. Ein Steilpass von Tim Reichl kam zu Ronny Kreher, der die erneute Führung zum 2:1 erzielte. Wenig später erhöhte der Schütze zum 1:0 auf 3:1, als er von Lukasz Maschinka angespielt wurde. In der Nachspielzeit (45+2) gelang den Gästen der 3:2 Anschlusstreffer. Nach einer Stunde Spielzeit (60.) führten die Gäste allerdings schon mit 5:2 durch zwei weitere Tore. Die Gäste reduzierten sich in der 75.Minute nach Gelb/Rot an Jasem Abod, als er die zweite gelbe Karte sah. Von nun an kam überhaupt nichts mehr von den Gästen. Der Gastgeber erhöhte noch auf 7:2. Ein gelungener Start in neuer Umgebung für den Neuling. Die Gäste müssen aufpassen, um nicht schon bei Zeiten den Anschluss zu verlieren.
Im Stadion am „Am Volkshaus“ trafen zwei vermeintliche Meisterschaftsfavoriten aufeinander. Die heimische Spielgemeinschaft Drebkau/Kausche hatte die Spielgemeinschaft Groß Gaglow II / TSV Cottbus I zu Gast und ehe es sich der Gastgeber versehen hatte, lagen sie nach einem Doppelpack in der 10 und 18. Spielminute schon mit 0:2 im Rückstand. Was war geschehen? Schon in dieser Anfangsphase erlebten die Zuschauer einen Gastgeber, der ohne jeglichen Biss, mit einer fehlerhaften Abwehr, wie schon in Gahry, einen Rückstand leichtfertig erlaubten. Den Gästen gelang in der 37.Spielminute sogar das 0:3, als Florian Grützner sein zweites Tor an diesem Tage schoss. Gleich nach der Pause erhöhten sie durch Felix Stachnowiak sogar auf 0:4, da waren in diesem Spiel die Messen schon gesungen. Nach gut einer Stunde Spielzeit (61.) gelang dem Gastgeber, nach einem Eckball, den Fabian Triebeneck mit dem Kopf verwandeln konnte, der 1:4 Anschlusstreffer. In der Nachspielzeit (90+2) gelang Chris Portmann noch das 2:4, nur noch Ergebniskosmetik. Für die heimische Spielgemeinschaft ein äußerst schlechter Start in die Saison. Auch für sie läuten schon jetzt die Glocken auf Sturm.
Nach der Saison 2023/2024 hat der BSV Chemie Tschernitz erneut den Aufstieg in die Kreisoberliga geschafft. Obwohl die Gäste überwiegend das Spiel bestimmten und es zur Pause 0:0 Unentschieden stand, kamen die Gastgeber per Distanzschuss durch Mel-Marton Binder zur 1:0 Führung. Wacker stemmte sich gegen eine Niederlage und konnte diese in der 78. Spielminute abwenden, als Mohamad Dreiee einen Abpraller von Arne Matschke aufnehmen konnte und zum 1.1 Ausgleich verwandelte. In diesem Spiel war für Wacker allerdings mehr drin.
Kleine Statistik: Es gab drei Heimsiege, ein Unentschieden und drei Auswärtssiege. 39 Gelbe Karten, eine Gelb/Rote Karte und drei verwandelte Strafstöße gab es. 733 Zuschauer sahen die acht Spiele (pro Spiel rund 92 Zuschauer), 42 Tore wurden erzielt, ein Schnitt von 5,25 Tore pro Spiel.
Joachim Rohde
